Jeans oder besser Denim ist eines der beliebtesten Materialien zur Herstellung von Kleidung. Während sich in diesem Punkt alle Generationen einig sind, führt die Frage, wie und noch wichtiger wie oft die Jeans zu waschen ist, zu hitzigen Diskussionen.

Einige waschen die Kleidung nach jedem Tragen, während andere lieber ein Fach im Tiefkühlschrank für diesen Zweck reservieren. Sind auch Sie sich unsicher, wie die eigene Lieblingsjeans die Reinigung unbeschadet übersteht, finden Sie hier einen ausführlichen Ratgeber zu diesem Thema.

Die Jeans ist weit mehr als nur eine der beliebtesten Hosen

Die wichtigsten Informationen zur Reinigung und Trocknung ist am besten dem Etikett mit den Pflegehinweisen in jedem Kleidungsstück zu entnehmen.

Als Levi Strauss am Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal Hosen aus Denim Stoff angeboten hat, war sein Ziel eigentlich die Herstellung robuster Arbeitshosen für die Arbeiter in den zahlreichen Goldminen. Doch auch nach dem Ende des Goldrausches in den USA war die Beliebtheit der mittlerweile als Jeans bekannten Kleidungsstücke ungebrochen. Heute sind Jeans längst zu einer der ersten Wahl bei der Zusammenstellung des eigenen Outfits für den Tag geworden. Neben Hosen stehen auch Röcke, Kleider, Hemden und viele weitere Mode aus Denim zur Auswahl bereit. Obwohl in jedem Kleidungsstück Pflegehinweise vorhanden sind, hat dennoch die Unsicherheit in Bezug auf die Reinigung nicht abgenommen.

Die Passformen fallen dank der Beimischung von Elasthan deutlich komfortabler aus

Was bei vielen anderen Kleidungsstücken der Schnitt ist, ist für die Jeanshose die Passform. Von Skinny über Straight bis hin zu Bootcut haben die Hersteller der Denimhosen schnell erkannt, dass sich die Träger Mode wünschten, die wirklich perfekt zur eigenen Figur passt.

Während die originalen Denimfasern eher steif und unbeweglich waren, findet sich in modernen Jeans ein erhöhter Stretchanteil.

Zu diesem Zweck werden dem Denim Elasthanfasern beigemischt. Wie hoch der jeweilige Anteil ausfällt sehen Sie am einfachsten auf den Etiketten innerhalb der Hosen. Je mehr Bewegungsfreiheit Sie sich zum Beispiel für die Gartenarbeit in der Jeans wünschen, umso höher sollte der Anteil an Elasthan ausfallen. Für die Reinigung der Hosen hat das veränderte Gewebe wiederum neue Herausforderungen mitgebracht, da die Fasern möglichst nicht beschädigt werden dürfen, um weiterhin die Passform perfekt an die Körperformen anzupassen.

Waschungen und Designs erfordern während des Waschens mitunter besondere Vorsicht

Eine Jeans ist sehr selten einfach nur Blau, Grau oder Schwarz. Erst durch die Waschungen werden Jeans zu Favoriten, die auf den ersten Blick zum Kauf animieren. Zur den beliebtesten Waschungen gehören unter anderem die Used Jeans, Stone Washed, Destroyed oder Vintage. Ziel der Waschungen ist es dem neuen Denim Stoff eine gebrauchte Optik zu verleihen und die Jeans an die aktuellen Trends anzupassen.

Ein zweiter Faktor, auch für das Jeans waschen berücksichtigt werden sollte, ist das Design der Kleidungsstücke. Stickereien, Aufnäher wie Pailletten oder die Mischung Jeans und Lederhose verändern Art der idealen Reinigung und macht es mitunter schwieriger die Jeans in der Waschmaschine zu reinigen.

Wie häufig muss die Jeans wirklich gewaschen werden?

Diese Frage kann pauschal bereits mit eher selten beantwortet werden. Haben Sie bisher die Jeans nach jedem Tragen in den Wäschekorb gegeben, ist zur Schonung der Fasern in Zukunft besser, ist Zeitabstände deutlich zu verlängern. Orientieren Sie sich an der Faustregel Jeans mit einem hohen Stretchanteil etwa alle zwei Wochen zu waschen und reguläre Jeans nach dem vierten oder fünften Tragen. Treten Verschmutzungen wie Grasflecken oder Erde auf, ist es natürlich auch schon früher erlaubt die Jeans zu waschen. Das regelmäßige Waschen der Stretchjeans ist sehr wichtig, damit das Elasthan nicht ausleiert durch das Tragen und die Passform weiter wie gewünscht ausfällt.

Das erste Waschen der Jeans ist ein Härtetest für die Farbe

Die Waschmaschine nach dem Waschen einer neuen Jeans zu öffnen ist leicht mit ein wenig Nervosität in Bezug auf die Farben verbunden. Tatsächlich ist es nicht selten, dass in der ersten Wäsche noch eine große Menge an Farbresten in den Kleidungsstücken vorhanden ist. Eine neue Jeans zu waschen ist daher sehr viel besser als sich über verfärbte Beinen oder andere Körperteile zu ärgern, weil der Jeansstoff abgefärbt hat. Die Jeans sollte daher nur mit anderer Wäsche in der gleichen Farbe oder alternativ auch alleine gewaschen werden, da das Risiko der Übertragung der Farben auf andere Wäsche in der Trommel relativ hoch ist.

Haben Sie die Jeans dagegen nur aufgrund dieser bestimmten Farbe gekauft, können Sie diese mit einem Trick besser fixieren. Dunkle Jeans färben weniger schnell aus, wenn der Stoff vor dem ersten Waschen in eine Mischung aus Salzwasser und einigen Tropfen Essig eingelegt wird. Der Geruch des Essigs verfliegt spätestens nach der im Abschluss folgenden Wäsche. Der Essig sollte hell sein, das Rotwein oder Balsamico Essig natürlich Verfärbungen verursachen kann.

Ein weiterer Trick nach dem Kauf einer neuen Jeans ist dagegen durch die modernen Mischgewebe weitgehend überflüssig geworden. Sich mit einer neu gekauften Jeans, in die mit Wasser gefüllte Badewanne zu legen und die Hose an der Haut trocknen zu lassen, um die gewünschte Passform zu erhalten, ist heute nur noch eine witzige Anekdote für die jüngeren Generationen der Familie.

Die Temperatur während der Wäsche hängt maßgeblich vom Grad der Verschmutzung ab

Die beste Temperaturhöhe variiert je nach Kleidungsstück. Liefert Ihre Waschmaschine bereits bei 30° sehr gute Waschergebnisse, ist es sinnvoll für Mode mit einem hohen Elasthananteil diese Einstellung zu wählen. Das Ausleiern der Fasern durch zu hohe Temperaturen wird dadurch verhindert.

Reguläre Jeans lassen sich dagegen auch sehr gut bei 40° waschen.

Ausnahmen können Sie auch bei starken Verschmutzungen wie zum Beispiel Schlamm oder Erde machen. Hier dürfen die Jeans auch bei Temperaturen bis zu 60° gewaschen werden, um wirklich alle Verschmutzungen und Bakterien zu entfernen. Eine Handwäsche ist bei einem Großteile aller Bekleidung aus Denim aufgrund der immer besseren Schonprogramme der Waschmaschinen nicht erforderlich.

Die Schleuderdrehzahl muss nicht das Maximum erreichen

Die Hersteller von Waschmaschinen haben die Schleuderdrehzahl der Maschinen in den letzten Jahren immer weiter gesteigert, damit die Wäsche quasi trocken der Trommel entnommen werden kann. Um Ihre Jeans zu waschen, ist es nicht erforderlich die maximale Drehzahl komplett auszureizen. Die im Schonwaschgang erreichten 1000 Drehungen pro Schleudergang sind ausreichend, damit die Jeans nach der Beendigung des Waschgangs nicht mehr tropft. Gleichzeitig werden dadurch auch Löcher und andere gewollt zerrissene Bereiche der Jeans geschont und werden nicht ungewollt größer.

Mit dem richtigen Waschmittel bleiben die Farben noch länger frisch

Die Farben und Waschung der Jeans lässt sich am einfachsten mit einem Colorwaschmittel für Buntes oder auch einem Feinwaschmittel erhalten. Vollwaschmittel sind dagegen weniger gut für die Reinigung geeignet, da diese Bleichmittel enthalten und dadurch die Mode mit der Zeit an Farbintensität verliert. Ob Sie sich für Pulver oder ein flüssiges Reinigungsmittel entscheiden, hängt auch ein wenig von Ihrem Händchen bei der Dosierung ab. Wird das Pulver oder auch Körner zu hoch dosiert besteht immer die Gefahr, dass helle Flecken auf der Kleidung zurückbleiben, die speziell bei dunklem Denim sehr deutlich sichtbar sind.

Sind spezielle Waschmittel für Jeans wirklich besser?

Einige Hersteller bieten Waschmittel an, die ausschließlich für die Reinigung von Jeansstoff entwickelt wurden. Die Angebote sollen sowohl Flecken und Gerüche entfernen, als auch die Jeans nach dem Tragen länger in einen frisch gewaschenen Duft hüllen. Viele der Produkte sind sowohl für die Maschine als auch die Handwäsche geeignet. Für Menschen, die bevorzugt Jeans bzw. Denimgewebe tragen, sind diese Produkte zumindest einen Versuch wert.

Schritt für Schritt Waschanleitung, um Jeans richtig zu waschen?

Beim Reinigen in der Waschmaschine sollten Sie darauf achten viele ähnliche Farben zur Jeans zusammen zu waschen und dies im Schonprogramm.

Beim Waschen ist es wichtig eine Routine zu entwickeln, damit die Kleidung auch wieder unbeschadet verlässt. Hier einige Tipps wie Sie mit dem Waschen von Jeansmode vorgehen sollten.

Schritt 1: Kontrollieren Sie die Taschen, um zu verhindern, dass der Geldbeutel oder das Handy in die Waschtrommel gerät.

Schritt 2: Schließen Sie Knöpfe und Reißverschlüsse und drehen Sie das Kleidungsstück auf links, um die Fasern zu schonen.

Schritt 3: Geben Sie die Jeans nur mit anderer verschmutzter Kleidung in gleicher oder ähnlicher Farbe in die Maschine. Vermeiden Sie die Trommel komplett zu füllen und lassen Sie lieber etwas Luft beim Waschen.

Schritt 4: Dosieren Sie das Waschmittel anhand der Menge der Wäsche und deren Verschmutzung. Verzichten Sie auf Weichspüler, da dieser für die Passform der Jeans nicht förderlich ist.

Schritt 5: Wählen Sie ein möglichst schonendes Programm mit einer niedrigen Schleuderdrehzahl aus und starten Sie den Waschvorgang.

Gerüche verfliegen aus Denim nicht nur in der Waschmaschine

Schlechte Gerüche sind einer der Hauptgründe, die Jeans ohne erkennbare Verschmutzungen zu waschen. Ein anderer Weg ist die Jeans einfach über Nacht auf dem Balkon oder der Terrasse auslüften zu lassen. Dies beseitigt den nicht gewünschten Geruch und hilft das Waschen etwas hinauszuzögern. Neu gekaufte Jeans riechen oftmals sehr chemisch, was es definitiv erforderlich macht die Kleidungsstücke zu waschen. Mit dem Einweichen in Essigwasser oder der Zugabe von etwas Natron in der Waschtrommel verschwindet dieser Geruch noch mit der ersten Wäsche.

Unsere Tipps, um Flecken mit der ersten Wäsche zu entfernen

Flecken sind auch für moderne Waschmaschinen und Waschmittel noch immer eine Herausforderung. Damit hartnäckige Flecken nicht dazu führen, dass Sie ein geliebtes Kleidungsstück aus Jeans aussortieren müssen, hier einige Tipps, mit denen Sie der Entfernung von Flecken unter die Arme greifen können.

Gras

Grasflecken entfernen Sie am besten mit stark säurehaltigen Mitteln. Hierzu gehört Essigessenz ebenso wie Zitronensaft. Diese verteilen Sie direkt auf dem Fleck und reiben diese mit den Fingern leicht in das Gewebe ein. Anschließend kann die Jeans wie gewohnt gereinigt werden.

Blut

Blutspuren nach Stürzen oder Verletzungen verschwinden am einfachsten mit einer Mischung aus etwas Wasser und Salz. Die Flüssigkeit wird in den Fleck eingerieben und mit Haarspray versiegelt. Nach einigen Minuten Wartezeit lässt sich der Blutfleck mit einem feuchten Tuch abtupfen.

Fett

Fettflecken nach dem Kochen oder Grillen lösen sich am einfachsten mit einer Lauge aus Spülmittel entfernen. Noch besser wirkt dieses Hausmittel, wenn zuerst eine Schicht auf Babypulver auf dem Fleck verteilt wurde. Dieser nimmt das überschüssige Fett auf und hilft dem Spülmittel besser zu wirken. Die Reste sind einfach mit einem feuchten Tuch entfernbar.

Kaugummis

Kaugummis in Jeansmode können ein echter Grund zum Verzweifeln sein. Ein guter Verbündeter in diesem Fall ist die Tiefkühltruhe. Sobald die Jeans gefroren ist, kann der Kaugummi ganz einfach mit einem Messer abgekratzt werden.

Mythen rund um die Jeans: Ersetzt das Einfrieren wirklich das Jeans waschen komplett?

Einige Menschen schwören darauf, dass die eigene Jeans niemals mit der Waschmaschine in Kontakt kommt, sondern ausschließlich in der Tiefkühltruhe eine Nacht verbringt. Dies soll dem Abtöten der Bakterien dienen und dadurch schlechte Gerüche durch den Kontakt mit Schweiß entfernen. In Wahrheit sind die Bakterien sehr viel hartnäckiger als gedacht. In der Kälte fallen diese quasi in einen sehr tiefen Schlaf und werden an der Vermehrung gehindert. Nicht jede Bakterie stirbt durch den Kontakt mit eisiger Kälte. In vielen Waschmitteln sind dagegen bereits antibakterielle Zusatzstoffe enthalten, welche wirklich dafür sorgen nach der Wäsche wieder über ein keimfreies Kleidungsstück zu verfügen.

Wie wird die Jeans nach den Waschen am besten getrocknet?

In Trocknern entstehen leicht Temperaturen von über 100° Celsius. Aus diesem Grund sollte die Jeans nur in Ausnahmefällen dort getrocknet werden. Besser ist es sich in mehr Geduld zu üben und nach der Wäsche die Denim Kleidung an der Luft trocknen zu lassen. Ist das Jeans waschen abgeschlossen lässt sich der Stoff sehr gut in Form ziehen und auf der Wäscheleine hängen. Die Kleidung sollte möglichst komplett hängen, um das Bilden von Falten zu verhindern. Im Freien sollten die Jeans nicht in der prallen Sonne trocknen, da diese die Farben mitunter sehr schnell ausbleicht oder es entstehen an einigen Stellen Sonnenflecken.

Hinterlässt das heiße Bügeleisen Beschädigungen an den Jeansfasern?

Die Knitter und Falten in Jeans nach dem Waschen halten sich meist in einem überschaubaren Rahmen. Getragen verschwinden diese durch die Körperwärme meist nach wenigen Minuten ganz von alleine. Stören Sie sich dennoch an der Optik ist es empfehlenswert die Bekleidung nur auf der linken Seite zu bügeln und das Bügeleisen nur sehr kurz an einer Stelle ruhen zu lassen. Das stellt sicher, dass auch die Fasern den Kontakt mit der großen Hitze unbeschadet überstehen.

Fazit

Die eigene Mode aus Jeans reinigen zu möchten, ist wie dieser Ratgeber gezeigt hat nicht mit einem großen Mehraufwand im Alltag verbunden. Der wichtigste Helfer ist in diesem Zusammenhang immer das Etikett mit den Pflegehinweisen. Hier finden sich in Kürze alle wichtigen Hinweise, die es bei diesem Kleidungsstück zu beachten gilt. So gelingt es Ihnen spielend Ihre Favoriten aus Denim für viele Jahre wie neu erscheinen zu lassen.

Kommentar hinterlassen

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.