Ein Anzug verändert fast augenblicklich die Wahrnehmung des Betrachters. Unabhängig vom Beruf werden die Träger von Anzügen als erfolgreicher und zielstrebiger wahrgenommen. Fast ebenso schnell nimmt das Auge kleine Details wahr, die einfach nicht in das gesamte Erscheinungsbild passen.

Diese Makel lassen Sakkos und Hosen im schlimmsten Fall wie eine Verkleidung wirken. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie den passenden Herren Anzug für Ihre Statur finden und diesen mit Schuhen und Accessoires bis zur Perfektion in eine Visitenkarte Ihres persönlichen Stils verwandeln.

Die Figur ist der Maßstab für die Auswahl eines Herren Anzugs

Eine perfekte Passform ist entscheidend für ein professionelles Erscheinungsbild.

Menschen, die selbst eher selten Anzüge oder formelle Kleidung tragen, fragen sich oft, welchen Unterschied es macht, wenn das Sakko nicht perfekt sitzt oder die Hosenbeine deutlich zu lang sind. Jedoch müssen auch diese Personen zugeben, dass diese Details schnell ins Auge fallen und sogar länger im Gedächtnis bleiben als der Name einer Person. Die Anbieter von Anzügen haben darauf reagiert und bieten für Herren Sakkos, Hosen und Westen im Baukastenprinzip an. Gekauft wird jedes einzelne Bekleidungsstück in der passenden Größe, damit der Kleiderschrank nicht überquellt mit Anzügen, bei denen die einzelnen Komponenten nicht perfekt zur Figur des Trägers passen. An dieser Stelle finden Sie die vier gängigsten männlichen Staturen und Tipps zur Auswahl eines vorteilhaften Anzugs.

Anzüge für kleine und schlanke Herren

Eine geringere Körpergröße ist kein Hindernis, um in Anzügen eine gute Figur zu machen. Die Sakkos dürfen bei dieser Statur gerne etwas kürzer ausfallen. Die Hosen strecken dadurch die Beine optisch und sollten, wie das Sakko lieber die Figur durch einen körpernahen Schnitt betonen, als diese unter einer weiten Form zu verstecken. Herren mit einer Körpergröße unter 1,70 cm wirken durch Nadelstreifen größer und die Anzüge werden im Geschäftsleben zudem als formeller wahrgenommen.

Vermieden werden sollten dagegen bunte Farben oder auch gemusterte Hemden. Diese ziehen vielleicht Aufmerksamkeit auf sich, führen in konservativen Berufen, jedoch nicht automatisch dazu einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Farbtupfer wie einfarbige Hemden in Weinrot oder Beere eignen sich dagegen deutlich besser, um als Ihr neues modisches Markenzeichen zu dienen.

Anzüge für kleine und kräftige Herren

Ein Anzug für Herren mit einer geringeren Körpergröße und einer untersetzten Figur versucht optisch eher von einem Bauchansatz abzulenken. Zu den modischen No Gos für diese Statur zählen Muster. Das gilt auch für Nadelstreifen und Accessoires wie gemusterte Krawatten.

Eine gute Alternative sind einfarbige Einstecktücher.

Diese unterscheiden Sie schnell von Ihren Kollegen und helfen Ihnen auch in formeller Kleidung einen eigenen Stil zu finden.

Die Form der Anzüge sollte nicht zu weit sein. Eine körpernahe Form definiert den Anzug mehr und wirkt sich positiv auf das Erscheinungsbild aus. Perfekt geeignet für diese Figur ist das Zwei-Knopf-Sakko. Der tiefe Ausschnitt streckt den Oberkörper und lenkt den Blick nicht direkt auf die kräftigere Statur im Bauchbereich.

Anzüge für große und schlanke Herren

Große Männer mit einer Körpergröße von mehr als 1,85 cm sollten Anzüge wählen, welche die Statur nicht in einen einschüchternden Faktor für das Gegenüber verwandelt. Muster wie Nadelstreifen oder auch Querstreifen lassen auch schlanke Herren schnell unvorteilhaft wirken, da der Oberkörper oder auch die Beine unnatürlich lang erscheinen. Erscheint Ihnen Ihr Oberkörper im Vergleich zu den Beinen sehr lang, ist eine breite Krawatte die richtige Wahl. Diese staucht das Erscheinungsbild und gleicht die Proportionen optisch besser an.

Ein schmaler Oberkörper wird mit einem Drei-Knopf-Sakko besser kaschiert. Modelle mit vier oder fünf Knöpfen sind ebenfalls eine gute Wahl, um am Arbeitsplatz auch modisch einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Anzüge für große und kräftige Herren

Für große Männer mit einer untersetzten Figur, sollten weite Schnitte in Zukunft ein modisches Tabu sein. Durch den wallenden Stoff werden leicht 5 – 10 kg optisch addiert, als sich schlanker zu schummeln. Die beste Kombination umfasst dunkle Anzüge mit einfarbigen Hemden. Muster sind ebenfalls unvorteilhaft und wirken bei Meetings oder Gesprächen mitunter sogar ablenkend.

Vorteilhaft wirken dagegen Zwei-Knopf-Sakkos, die vom Bauchansatz ablenken und die Größe stattdessen stärker in den Fokus rücken. Der untere Knopf darf auch bei größeren Bäuchen geöffnet bleiben, da ein gut sitzendes Sakko nicht den Eindruck erweckt, dass der Knopf aufgrund der Fülle nicht geschlossen werden kann.

Tipps mit denen Sie sich beim Knöpfen des Sakkos nicht mehr ins Fettnäpfchen begeben

Das korrekte Knöpfen unterstreicht ein modebewusstes Auftreten.

Nicht in jedem Unternehmen ist das Arbeitsumfeld so kollegial, dass auf kleine modische Fauxpas beim Zuknöpfen des Sakkos aufmerksam gemacht wird. Je formeller die berufliche Tätigkeit ist, umso mehr entscheiden auch scheinbare winzige Details, wie das Knöpfen des Sakkos über berufliche Chancen und Beförderungen. Mit dem folgenden Ratgeber erhalten Sie einen Überblick, dank welchem Sie sich in Zukunft nie wieder eine modische Blöße geben.

Ein-Knopf-Sakko

Sakkos mit einem Knopf werden grundsätzlich geschlossen getragen. Durch den langgestreckten Ausschnitt wird dieses Sakko von jüngeren Herren sehr geschätzt, die auch im beruflichen Umfeld modebewusst auftreten möchten.

Zwei-Knopf-Sakko

Bei Sakkos mit zwei Knöpfen wird jeweils nur ein Knopf geschlossen. Klassisch bleibt der untere Knopf geöffnet. Im Zuge der Mode sind jedoch auch Männer zu beobachten die es genau umgekehrt handhaben.

Drei-Knopf-Sakko

Das Sakko mit drei Knöpfen lässt dem Träger einen gewissen kreativen Spielraum. Als einzige Regel gilt, dass der untere Knopf geöffnet bleiben sollte, während der mittlere durchgängig geschlossen ist. Ob Sie den oberen Knopf geöffnet oder geschlossen tragen möchten, bleibt somit Ihnen überlassen.

Vier-Knopf-Sakko

An einem Sakko mit vier Knöpfen werden jeweils nur die mittleren Knöpfe zugeknöpft und der untere Knopf bleibt geöffnet. Auch bei diesem Modell haben Sie die freie Entscheidung, ob Ihnen das Sakko besser mit geöffnetem oberen Knopf oder in der geschlossenen Variante steht.

Fünf-Knopf-Sakko

Klarer sind die Regeln eines Sakkos mit fünf Knöpfen festgelegt. Alle Knöpfe bis auf den untersten sind zu schließen, um den modischen Regeln eines Anzugs für Herren gerecht zu werden.

Zweireiher

Zweireihige Sakkos werden durchgängig geknöpft getragen. Diese Faustregel gilt bei allen beruflichen und privaten Anlässe. Die unteren Knöpfe werden nicht geöffnet. Dies spricht nicht für eine gewisse Lässigkeit, sondern wird als ein schlecht sitzendes Sakko wahrgenommen.

Frack

Der Frack wird im Gegenzug zum Zweireiher durchgängig offen getragen. Aufgrund dieser Tatsache befinden sich an vielen Modellen nur Zierknöpfe, die sich nicht mehr zum Schließen des Fracks eignen.

Weste

Für die unter dem Sakko getragene Weste gilt ebenfalls, dass der untere Knopf im Gegensatz zu den übrigen Knöpfen nicht geschlossen wird.

Empfehlungen für das Hinsetzen in den Sakkos

Das Hinsetzen kann in einem Sakko durchaus dazu führen, dass die Passform verrutscht und die Oberbekleidung unvorteilhaft wirkt. Da dieses Problem bei allen Staturen auftritt, ist es erlaubt die Knöpfe komplett zu öffnen. Dies gilt bei geschäftlichen Treffen und Meetings ebenso wie bei privaten Verabredungen zum Essen. Ausnahmen bestehen dagegen bei Zweireihern sowie Westen, welche auch im Sitzen geschlossen getragen werden. Der Höflichkeit halber sollte etwa für Begrüßungen das Sakko, wenn auch nur für wenige Momente, geschlossen werden, um der offiziellen Etikette genüge zu tun.

Die Schuhe sind für das gepflegte Erscheinungsbild unverzichtbar

Ein gepflegtes Erscheinungsbild reicht vom Kopf bis zu den Füßen. Das schließt die Frisur und das Styling der Barthaare ebenso mit ein als auch das Schuhwerk. Fügen sich diese nicht harmonisch in das Gesamtoutfit ein, hinterlässt der erste Eindruck nicht selten einen faden Beigeschmack. Daher finden Sie an dieser Stelle einige Empfehlungen für Schuhe, die den Anzug optimal komplettieren.

Schuhe zum Anzug sind mehr als nur eine Nebensächlichkeit

Obwohl es in den Modemagazinen den Anschein hat, dass auch sportliche Sneaker im Businesslook zu einem akzeptierten Anblick geworden sind, ist der Klassiker weiterhin die Kombination aus klassischen Halbschuhen zum Schnüren, die aus Leder gefertigt werden. Bei den Modellen haben Sie die Wahl aus zeitlosen Designs wie dem Oxforder oder Budapester. Beide Schuhtypen bilden mit den Anzügen einen nahtlos stilvollen Übergang und fallen dadurch optisch nicht aus dem Rahmen.

Für eine persönlichere Note stehen dagegen der Derby und der Norweger. Diese entsprechen einem sportlicheren Erscheinungsbild und sind daher ideal für Branchen geeignet, in denen auch gerne auf Krawatten verzichtet wird. Die Farben Schwarz und Braun bleiben dagegen weiterhin die Standards, um in jeder Lebenslage eine gute Figur abzugeben.

Die Pflege der Schuhe ist ebenso wichtig wie deren Qualität

Selbst an Schuhen, die bevorzugt im Büro getragen werden, geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Die Pflege der Schuhe ist damit ebenso wichtig wie eine regelmäßige Reinigung der Anzüge.

Der erste Schritt besteht in der Verwendung von Schuhspannern.

Diese verhindern Verformungen des Leders und erleichtern es die Schuhe auch nach einigen Tagen wieder bequem anziehen zu können. Die Schuhspanner bestehen typischerweise aus Holz, welches weder Beschädigungen noch Verfärbungen in den Schuhen zurücklässt. Zudem erlaubt das natürliche Material den Schuhen zu atmen und die absorbierte Feuchtigkeit durch das Tragen langsam wieder abzugeben.

Für die Reinigung und Pflege ist neben einer Politur auch Milch geeignet, um Schweißflecken verschwinden zu lassen. Für die Verwendung der Politur ist es am besten Handschuhe zu tragen und die Partnerin um einen aussortierten Nylonstrumpf zu bitten. Dieser bietet aufgrund der entstehenden Wärme besonders gleichmäßige Ergebnisse. Hilfreich ist auch der Nagellack der Freundin oder Ehefrau. Mit diesem lassen sich vor dem nächsten wichtigen Meeting leicht Kratzer ausbessern. Wichtig ist es hierbei auf einem Blatt Papier eine kleine Probe der Farbtöne zu machen, da auch für die Farbe Schwarz verschiedene Nuancen zur Auswahl stehen.

Der Anlass sollte sich in den Anzügen widerspiegeln

Es gibt kaum einen Anlass, zu dem ein Anzug nicht getragen werden kann. Dennoch haben sich in den letzten Jahrzehnten einige Regeln etabliert, die einen guten Stil erkennen lassen. Hier einige Tipps zu diesem Thema:

Das Material darf den Träger nicht ins Schwitzen bringen

Für das Tragen von Anzügen gibt es keine klassische Saison. Im Hochsommer müssen Sie dank einer geschickten Materialauswahl dennoch nicht den Tag im Büro in der Nähe der Klimaanlage verbringen. Abhilfe schaffen atmungsaktive Materialien wie Baumwolle oder auch Seide. Deren glänzende Oberfläche ist jedoch für den Tag oftmals ungeeignet und daher eher für abendliche Anlässe reserviert. Synthetische Fasern wie Polyester halten die Körperwärme dagegen fest und fördern dadurch die Schweißbildung.

Die Farbe der Anzüge darf bei offiziellen Anlässen nicht dem Zufall überlassen sein

Die Geschäftswelt wäre deutlich bunter, dürften Anzüge einfach in der eigenen Lieblingsfarbe ausgewählt werden. Die Etikette bringt an diesem Punkt, jedoch ebenfalls wieder Regeln ins Spiel. Je offizieller der Charakter einer Veranstaltung oder eines Meetings ausfällt, umso dunkler sollte die Farbe der Anzüge ausfallen. Schwarz ist einer ebenso akzeptable Wahl als auch Dunkelblau oder Anthrazit. Verlangt der Dresscode explizit nach schwarzen Anzügen bei den Herren, sollte dieser Aufforderung nachgegangen werden, um vor Ort nicht als ein der Tuschelthema der Veranstaltung zu enden.

Die Accessoires bieten Spielraum für eine persönliche Note

Stilvolle Kleidung zu tragen bedeutet nicht die eigene Persönlichkeit gänzlich außen vor zu lassen. Mit den Accessoires besteht die Gelegenheit auch dem Businessoutfit den eigenen Stempel aufzudrücken.

Die Krawatte darf in einem klassischen Outfit nicht fehlen

Krawatten dürfen aktuell durchaus kräftige Farben aufweisen, jedoch nicht zu viele auf einmal. Bei mehr als drei Farbtönen ist das Maximum an Mustern erreicht. Die Krawatte sollte zudem immer passend mit dem Gürtel abschließen. Längere oder kürzere Krawatten regen den Betrachter unterbewusst dazu ein sich zu sehr darauf zu konzentrieren, was an dieser Zusammenstellung der Kleidung nicht passt. Der Krawattenknoten sollte Ihnen nicht nur Luft zum Atmen lassen, sondern ebenfalls den Kragen des Hemdes nicht in Unordnung bringen. Mit ein wenig Übung gelingt dies auch Auszubildenden nach kurzer Zeit perfekt.

Einstecktücher verleihen den Anzügen einen stilvollen Farbtupfer

Wer es ganz streng nimmt, trägt ausschließlich ein weißes Einstecktuch aus Baumwolle. Jedoch gibt es auch Anzüge, die inzwischen bevorzugt ohne Krawatten und dafür mit einem einfarbigen Einstecktuch in Farben wie Rot oder Blau getragen werden. Gefertigt aus Seide verleiht der leichte Glanz ein zusätzliches dekoratives Detail. Kombinieren Sie Einstecktuch und Krawatte sollten diese nicht die identische Farbe aufweisen. Sind Sie unsicher, welche Farben gut zueinander passen, hilft Ihnen Ihre Freundin oder auch ein weibliches Familienmitglied bestimmt gerne weiter, in diesem Punkt die richtige Wahl zu treffen.

Gürtel dürfen im Gesamtbild nicht zu dominant sein

Ein weiteres Accessoires für Herren ist der Gürtel. Der Farbton sollte immer auf die Schuhe abgestimmt sein. Breite Gürtelschnallen mit auffälligen Symbolen sind in der Arbeitswelt und auch zu festlichen Anlässen weitgehend verpönt. Mit schmalen Gürtelschnallen in schlichten Designs können Sie dagegen auch bei Ihren Vorgesetzten optisch punkten.

Fazit

Der Anzug gehört zu den Statussymbolen, mit denen Herren in der Arbeitswelt auch ein starkes Signal aussenden. Ein Auge für Details zu entwickeln und Anzüge mit Schuhen und Accessoires harmonisch zu kombinieren, sind ebenso wie gute Umgangsformen ein Muss für das Erklimmen der Karriereleiter. Je besser Sie es schaffen die Anzüge zu Ihrem persönlichen Markenzeichen zu verwandeln, umso einfacher nehmen auch die richtigen Menschen Notiz von Ihnen.

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Julia SteinJulia Stein
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